Iran ohne Visum – wie und wo das geht

Visa on Arrival sind im Iran ein alter Hut, die gibt es schon seit einigen Jahren und davon wird von Reisenden auch eifrig Gebrauch gemacht. Zu bekommen aber bislang nur an internationalen Flughäfen und am Hafen Shahid Bahonar in Bandar Abbas.

An Landgrenzen klappt das nicht, du brauchst zwingend vorher ein Visum… oder doch nicht?

Es gibt sehr interessante Ausnahmeregelungen für Freihandelszonen im Iran. Die darfst du nämlich komplett ohne Visum for 2 Wochen besuchen (sogar verlängerbar).

Und es kommt noch besser.

Ein volles Visum um den Rest des Landes zu besuchen kann man dort nämlich auch beantragen. (Offizielle Infos: hier, relevant Seite 69ff und Seite 96ff. Übersetzung ist grausam aber verständlich genug. Eine bessere Version hier.) Ausstellung binnen 48 Stunden. Beantragung beim Büro des Aussenministeriums oder falls kein solches in der Freihandelszone vorhanden bei der Ausländerbehörde der Polizei vor Ort.

Da einige der Freihandelszonen direkt an der Grenze liegen kannst du auf diese Art und Weise entweder einen Teil des Irans komplett visafrei besuchen oder durch die Hintertür doch an der Landesgrenze ein Visa on Arrival im Iran bekommen.

Und wo geht das nun, bzw. welche Freihandelszonen gibt’s?

 

Maku Free Zone

Grenzübergänge:

  • Bazargan (Türkei)
  • Poldasht (Aserbaidschan)

Die größte Freihandelszone, siehe Karte. Hier kann man problemlos 48 Stunden verbringen und ist wohl auch am lohnenswertesten zum reinschnuppern ohne Visum als Abstecher von der Türkei aus. Es gibt mit Maku einen größeren Ort (50000 Einwohner) und genug Hotels etc. und auch einige Sehenswürdigkeiten in der Region.

 

Arvand Free Zone

Grenzübergänge:

  • Hafen Khorramschahr (Fähre von Kuwait)
  • Grenzübergang Shalamche (Irak)
  • Flughafen Abadan (zurzeit ohne Direktflüge aus dem Ausland)

Teile der Städte Khorramshar und Abadan gehören zu dieser Freihandelszone, entsprechend auch hier nicht schwierig 2 Tage aufs Visum zu warten. Eine Liste mit Hotels und Restaurants die Teil der Zone sind findest du wenn du den Link klickst.

 

Aras Free Zone

Grenzübergänge:

  • Jolfa (Aserbaidschan)
  • Norduz (Armenien)

Diese Freihandelszone ist gesplittet und besteht aus vier räumlich nicht zusammenhängenden Teilen, siehe Karte. Den Grenzübergang Jolfa kann man aber trotzdem zu diesem speziellen Zweck nutzen, der Ort hat 5000 EW und es gibt es einige Hotels.

Norduz dagegen ist schwierig. Die Freihandelszone dort is winzig und es gibt anscheinend keine Infrastruktur wie Hotels etc.. Auch kein Dorf oder ähnliches, die Region ist ansonsten unbewohnt. Entsprechend wohl nicht zu diesem Zweck zu gebrauchen, es sei denn du zeltest und hast genügend Vorräte.

 

Weiterhin gibt es die folgenden Freihandelszonen ohne Landgrenzen:

Queshm Free Zone

Grenzübergänge:

  • Flughafen Queshm (Flüge aus Dubai)
  • zur Zeit keine Fähren aus dem Ausland

Iran’s größte Insel im Persischen Golf. Vor allem für seine Natur bekannt. Am Flughafen Queshm kannst du aber auch ein volles Visa on Arrival bekommen.

 

Kish Free Zone

Grrenzübergänge:

  • Flughafen Kish (Flüge aus Dubai)
  • zur Zeit keine Fähren aus dem Ausland

Iran’s Haupt-Urlaubsinsel im Persischen Golf. Massentourismus Iranian-Style. Am Flughafen Kish kannst du aber auch ein volles Visa on Arrival bekommen.

 

Chabahar Free Zone

Grenzübergänge:

  • Flughafen Chabahar (Flüge aus Dubai und Oman)
  • zur Zeit keine Fähren aus dem Ausland

Neuer Hafen am Indischen Ozean, der von der Regierung aus strategischen Gründen massiv gepusht wird.

 

Anzali Free Zone

Grenzübergänge:

  • keine Möglichkeit direkt aus dem Ausland anzureisen, kein internationaler Flughafen vorhanden und keine Fähren aus dem Ausland

Iran’s wichtigster Handelshafen am kaspischen Meer.