Englisch unterrichten im Ausland als Nicht-Muttersprachler

Du suchst noch nach einem Weg dir einen Auslandsaufenthalt zu finanzieren?

Englisch unterrichten im Ausland ist eine beliebte Alternative zu Work and Travel Programmen um sich das Reisen und einen Auslandsaufenthalt zu finanzieren. Vor allem bei Amerikanern hoch im Kurs (die haben kaum Work & Travel Optionen).

Die Bezahlung ist hoch genug, dass du davon leben kannst, in einigen Ländern in Asien sogar soviel, dass du easy noch was ansparen kannst.

Englisch Unterricht zu geben ist aber nicht nur für Muttersprachler möglich. Wenn deine Sprachkenntnisse gut genug sind kannst du auch als Nicht-Muttersprachler Englisch im Ausland unterrichten.

Du brauchst dazu weder ein Lehrerstudium noch eine Zulassung, ein TEFL Zertifikat genügt. Mindestens 18 musst du sein, und in manchen Ländern wird ausserdem verlangt das du mindestens einen Bachelor Abschluß irgendeiner Fachrichtung besitzt. Mehr dazu weiter unten.

 

Welche Zertifikate gibt es?

  • TEFL Zertifikat (komplett online oder als Präsensveranstaltung): Mindestens einen 120 Stunden Kurs solltest du machen, das ist das mindeste was normalerweise von Arbeitgebern verlangt wird. Auch komplett online möglich. Die Online-Kurse sind deutlich billiger und du kannst dir deine Zeit frei einteilen.
  • Master-Studiengänge in TESOL/ TEFL gibt es z.B. in England auch (zum Beispiel an den Unis Northumbria und Sheffield), dauern aber entsprechend mindestens ein Jahr und kosten deutlich mehr (min. 5000 Pfund). Ob sich der zusätzliche zeitliche und finanzielle Aufwand auszahlt ist fraglich.

 

Wird man dich als Nicht-Muttersprachler für einen TEFL Zertifikats-Kurs annehmen?

Ja, einige Kurse nehmen jeden (wenn du den Kurs bestehst kann dein Englisch nicht so schlecht sein), bei anderen musst du vorher nachweisen dass dein Englisch gut genug ist. Das gestaltet sich unterschiedlich, z.B. mit einen Interview, einem Test oder einem Aufsatz.

Einige wenige Anbieter nehmen überhaupt keine Nicht-Muttersprachler an.

 

Welche Anbieter gibt es?

Alle hier vorgestellten Kurse nehmen auch Nicht-Muttersprachler an. Die Tatsache das ein Kurs online absolviert wurde, wird übrigens nicht auf dem Zertifikat vermerkt.

 

Online Kurse:

University of Toronto

Wenn du einen reinen Online-Kurs suchst der von einer richtigen Universität angeboten wird, kommst du an dem Online Kurs der Universität Toronto nicht vorbei.

Der Vorteil ist natürlich dass die Qualität deiner Ausbildung bei einem Zertifikat von Kanada’s größter Universität niemand anzweifeln wird.

Kostet aber auch entsprechend deutlich mehr wie die Nicht Uni Kurse weiter unten. Für einen von einer Universität angebotenen Online-Kurs aber dennoch günstig. Die wenigen die es da im englischsprachigen Ausland gibt sind normal mindestens doppelt so teuer.

Du kannst den Kurs jederzeit beginnen und hast maximal ein Jahr Zeit ihn zu bestehen.

Wie schnell du bist liegt allein bei dir, die meisten brauchen nach Angaben der Uni zwischen 6-12 Wochen.

Kosten: 1295$ für einen 120 Stunden Kurs

Bezahlen kannst du mit Kreditkarte oder Paypal.

Hier geht’s direkt zur Einschreibung und hier für mehr Infos.

 

University of Miami

Ebenfalls ein Universitätskurs der komplett online absolviert werden kann. Ist aber doppelt so teuer wie von der University of Toronto. Kurse werden nur drei mal pro Jahr angeboten, du kannst also nicht jederzeit einsteigen.

Hier gibt’s alle Infos zu diesem Kurs.

 

I-to-I LoveTEFL

Renommierter Online Anbieter für TEFL Zertifikate aus England der seit 21 Jahren Kurse anbietet. Ein 120 Stunden Kurs kostet ca. 240€. Optional mit 20 Stunden Praxisteil.

Bezahlung erfolgt per Kreditkarte.

Hier geht’s zur Anmeldung und allen weiteren Infos.

 

Ical TEFL

Ical bietet Online TEFL Kurse seit 1998 an und war einer der Pioniere auf dem Gebiet. Ein 120 Stunden Kurs kostet ca. 235€. Optional mit 30 Stunden Praxisteil.

Bezahlt wird mit Kreditkarte oder Paypal.

Hier gibt’s alle weiteren Infos zum TEFL Kurs von Ical

 

Vor Ort Kurse

Sehr beliebt sind Kurse in Thailand. Aus gutem Grund.

Die Lebenshaltungskosten sind günstig (vor allem in Chiang Mai), du kannst direkt Praxiserfahrung sammeln und das ganze mit einen Aufenthalt in einem exotischen und attraktiven Reiseland verbinden. Vor allem wenn du nachher in Thailand als Englischlehrer arbeiten möchtest wohl die beste Option.

 

SEE TEFL

SEE bietet seit 11 Jahren 4-Wöchige TEFL Kurse in Chiang Mai in Nordthailand an. Kurse werden 10 mal pro Jahr angeboten mit max. 20 Teilnehmern pro Kurs.

Der Kurs beinhaltet sechs 1-stündige Praxisstunden in einer regulären Schule vor Ort bei denen du von einem Tutor betreut wirst.

Ein 10 Stunden Thai Kurs und Hilfe bei der Jobsuche sind auch Teil des Pakets.

Kosten: ab 1295$, bezahlt werden kann mit Paypal und Kreditkarte.

Weitere Details zum Kurs ansehen

 

UniTEFL

UniTEFL bietet ebenfalls einen 4-wöchigen TEFL Kurs in Chiang Mai an. Normalerweise werden nicht mehr als 12 Schüler pro Kurs angenommen und sechs 50-minütige Praxisstunden in Schulen vor Ort sind Teil des Programms.

Kosten für einen 120 Stunden Kurs: 1490$ (200$ Discount für Frühbucher möglich)

Mehr Infos zu diesem Kurs gibts hier.

 

Chiang Mai University

4-wöchiger TEFL Kurs an der Universität Chiang Mai.

Kosten für den 120 Stunden Kurs: 42.000 Thai Baht

Mehr Infos gibt’s hier

 

Kurse in anderen Teilen der Welt:

CELTA Cambridge

als 4-wöchiger Vollzeit Kurs z.B. an einigen Universitäten in England (z.B. York) angeboten, aber auch in Deutschland absolvierbar z.B. an der Münchner Volkshochschule

Kosten min. ca. 1500€

komplette Anbieterliste

 

Trinity CertTESOL

wird ebenfalls als 4 Wochen Kurs unter anderem von ein paar Universitäten in England angeboten (z.B. Manchester), keine Anbieter in Deutschland

Kosten ca. 1500 Pfund

komplette Anbieterliste

 

Wirst du einen Job finden können?

Kommt darauf an wo.

Fakt ist, dass die Chancen als Muttersprachler deutlich besser stehen, vor allem in Asien, dem Nahen Osten und Westeuropa. 70% aller Jobangebote richten sich an „Native Speaker“ (klassifiziert als Staatsbürger der USA, Kanada, Großbritannien, Irland, Australien, Neuseeland, Südafrika). Die Tatsache dass z.B. auch in einigen Ländern der Karibik Landessprache Englisch ist, ist für die meisten Arbeitgeber dort irrelevant.

Schlechte Chancen hast du in:

  • Nordasien: Japan, Süd-Korea, Vietnam, Taiwan
  • Arabische Halbinsel: Bahrain, Vereinigte Arabische Emirate, Saudi Arabien, Qatar, Oman, Kuwait
  • Westeuropa (gutes Beispiel ist das Auxiliar Programm in Spanien)

min. Bachelor Uni-Abschluß (in irgendeiner Fachrichtung) ist in fast all den oben genannten Ländern ebenfalls gefordert – Übersicht.

Wo kannst du eher landen?

In anderen Ländern wird nach “Fluent” or “Native like” gesucht, das klingt besser.

In Lateinamerika ist es generell am einfachsten für Nicht-Muttersprachler Englisch zu unterrichten. Native Speaker ist hier weniger ein Faktor, das gilt sowohl für Zentral- als auch Südamerika.

Ausserdem möglich:

  • Südostasien: Kambodscha (am wenigsten wählerisch), Laos, Thailand (mit Bachelor), Indonesien (mit Bachelor)
  • Osteuropa und ehemalige Sowjetunion
  • Türkei (mit Bachelor)
  • evtl. China (ist schwieriger geworden)

Weitere Faktoren und Kriterien:

Die besten Erfolg bei der Jobsuche haben Nicht-Muttersprachler die zusätzlich zum TEFL Zertifikat z.B. einen Uni-Abschluss entweder in Englisch oder auf Lehramt haben, einen Studienabschluss im englischsprachigen Ausland gemacht, geprüfter Übersetzer sind oder ähnliches.

Weiterhin hilfreich ist wenn du nachweisbar eine längere Zeit im englischsprachigen Ausland verbracht hast und keinen krassen Akzent besitzt.

Zum Nachweis guter Englischkenntnisse beim potentiellen Arbeitgeber kann z.B. auch ein hoher IELTs oder TOEFL Score helfen.

Ausserdem kann ein gutes Argument beim Vorstellungsgespräch sein, dass man als Zweitsprachler besser versteht wie man die Sprache erlernt, da man die Erfahrung selbst gesammelt hat.

 

Wieviel kannst du verdienen?

Info zu Gehältern für TEFL/ TESOL Lehrer weltweit in der Übersicht.

 

Stattdessen Deutsch unterrichten?

Kaum eine Chance und wenig gefragt, die ganze Welt lernt Englisch. Probieren kannst du aber natürlich deinem potentiellen Arbeitgeber das anzubieten, in Kombi mit Englisch.

Ansonsten gibt es noch das japanische JET Programm.