Backpacking in den USA: Backpacker Guide und Reisetipps

Freiheitsstatue New York Backpacking USA

Die USA – in den meisten Belangen das dominanteste Land der Welt und entsprechend polarisierend – sind allein von den Dimensionen imposant: das drittgößte Land der Erde mit der fünftgrößten Bevölkerung. Entsprechend diverse Erlebnisse bieten sich dir beim Reisen und Backpacking in den USA.

Dich erwarten aufregende Metropolen und Megastädte sowie grandiose weite Landschaften und Nationalparks, vor allem im Westen der USA. Du findest so ziemlich jede Landschaftsform und Klimazone vor, egal ob Wüste, Berge, Vulkane, Seen, Meer, tropische Strände oder Regenwald.

Das bedeutet natürlich auch dass jegliche Outdoor- und Sportmöglichkeiten irgendwo im Land angeboten werden und gute Bedingungen dafür vorhanden sind.

Einwanderer aus allen Teilen der Welt haben ihre Spuren bei Essen, Musik und kulturellem Angebot hinterlassen, auch hier es gibt so ziemlich alles was du dir vorstellen kannst und hält allerlei Überraschungen parat.

Backpacking in den USA ist aber leider nicht supergünstig. Idealerweise bist du mit eigenen 4 Rädern unterwegs, für den typischen amerikanischen Roadtrip auf den endlosen Highways.

Mit dem Auto kann man einfach wesentlich mehr vom Land sehen. Möglich sind Reisen in den USA aber definitiv auch ohne. Im Nordosten (vor allem in den Städten) ist ein Auto eher ein Hindernis.

Backpacking in den USA eignet sich besonders für Selbstfahrer, Stadtmenschen & Foodies, Outdooraktivitäten und Nationalparkbesuche.

Backpacking in den USA horseshoe bend colorado river arizona

Backpacking in den USA Snapshot

Anreise & Visum

  • Günstige Flüge von Deutschland nach USA bieten vor allem die Billigflieger Norwegian, WOW AirEurowings und Condor an, schon ab 200€ für einen Flug. Zum Vergleich solltest du am besten auch mal bei Skyscanner reinschauen.
  • Flugangst? Auch dann kannst du die USA besuchen. Die Queen Mary II fährt im Linienverkehr von Hamburg nach New York. Allerdings sehr teuer. Bei cruisesheet findest du noch weitere Überfahrten von Europa nach Amerika.
  • 90 Tage Aufenthalt sind ohne Visum möglich, nicht verlängerbar. Eine ESTA benötigst du aber, und am besten ein Rückflugticket.
  • Noch mehr Infos zu Einreise- und Zollvorschriften für die USA findest du beim Auswärtigen Amt

 

Klima & Reisezeit

  • Unterschiedlich. Kontinental im Nordosten und Mittleren Westen, subtropisch in den Südstaaten, mediterran an der Westküste und Wüstenklima im Südwesten.
  • Beste Reisezeit: Mai – September, vor allem da viele Hostel, Nationalparks und Transportmöglichkeiten nur im Sommer geöffnet haben bzw. angeboten werden
  • Ideale Reisedauer: min. 2 Monate für eine typische Coast to Coast Route

 

Geld & Kosten

  • Landeswährung ist der US Dollar – aktuellen Wechselkurs checken
  • Geldautomaten gibt es überall
  • komplett kostenlos abheben ist nur mit sehr wenigen Reisekreditkarten möglich, da über 99% der Automaten zusätzlich eigene Gebühren nehmen (im Schnitt $3)
  • Lässt sich nur umgehen mit Karten die entweder Fremdgebühren zurückerstatten oder Teil der Global ATM Alliance sind (damit hast du gebührenfreien Zugang zu Bank of America Automaten)
  • Liste der wenigen Ausnahmen gibt’s hier
  • Typisches Tagesbudget für USA Backpacker: 50 – 70 € pro Tag

USA Reise Mount Rushmore South Dakota

Highlights

  • Megastädte New York & Chicago (Architektur, Museen & moderne Kunst, Nightlife, alle erdenklichen Küchen der Welt etc.)
  • Kalifornisches Lebensgefühl in Los Angeles & San Francisco
  • Grand Canyon, Wüste & rote Felsen der Nationalparks von Süd-Utah (z.B. Zion Nationalpark, Bryce Canyon Nationalpark, Monument Valley)
  • Route 66, Highway 1 und Blue Ridge Parkway Roadtrips
  • Zocker- und Showparadies Las Vegas
  • Wandern in den Rocky Mountains (Rocky Mountain, Glacier & Yellowstone Nationalparks)
  • Amerikanische Geschichte in Boston, Philadelphia und Washington D.C.
  • Indianerkultur & Pueblo-Stätten (z.B. Taos-PuebloBandelier National Monument)
  • Musik: Festivals; Blues (Chicago, Memphis), Jazz (Kansas City, New Orleans), Country Music (Nashville), Americana (Austin), Rock’n Roll Hall of Fame (Cleveland)
  • Barbeque in Kansas City, Texas oder den Carolinas
  • Austin, San Antonio & der Alamo
  • Freizeitparks (Disneyworld oder Disneyland, krasseste Achterbahnen der Welt in Cedar Point oder Magic Mountain)
  • Campen in den Redwoods & Yosemite Nationalpark
  • Badlands, Mount Rushmore & Crazy Horse Memorial
  • Südstaatenatmosphäre in Savannah oder New Orleans & Cajun Country
  • New England: Lobster Rolls, Clam Chowder, Herbstfarben, Cape Cod
  • Seattle
  • Crater Lake & Columbia River Gorge
  • Miami & die Florida Keys
  • Niagara Fälle
  • Baseball (Wrigley Field oder Fenway Park) & College Football

 

Lowlights

  • langweilige, flache und leere Great Plains
  • Urban Sprawl (Zersiedelung)
  • auffällige Armut und Obdachlosigkeit in Städten
  • Winter im Nordosten und mittleren Westen
  • große Distanzen und mangelnder ÖPNV in Teilen des Landes
  • beschränktes und einseitiges Restaurantangebot ausserhalb großer Städte
  • Kosten

 

Backpacking in den USA: Typische Route

[Washington D.C. & Philadelphia oder Boston & Cape Cod] – New York – Ithaca & Finger Lakes – Buffalo (Niagara Fälle) – Cleveland – Chicago, Milwaukee & Lake Michigan – St. Louis – Kansas City (Lawrence) – Denver (Boulder/ Rocky Mountain Nationalpark/ Cheyenne Frontier Days) – Santa Fe (Taos/ Bandelier National Monument) – Albuquerque – Flagstaff & Sedona (Grand Canyon + evtl. Horseshoe Bend/ Antelope Canyon Tour) – Las Vegas (Ausflüge Red Rock Canyon/ Valley of Fire/ Hoover Dam) – Los Angeles (Magic MountainChannel Islands National Park)

Die klassische USA Route ist natürlich Coast to Coast, meistens von Ost nach West. Die vorgeschlagene Route ist auch nur mit Bus und Bahn realisierbar und kostet ca. 300$ reine Transportkosten mit öffentlichen Verkehrsmitteln (ohne Ausflüge).

Wenn du einen Camper mieten willst solltest du besser in LA starten, in New York zu mieten ist schwierig. Escape sind sowieso die einzigen Budget-Camper mit Locations an der Ostküste. Mehr dazu und zu Autokauf unter Transport.

Wenn du dich für amerikanische Geschichte interessierst sind Washington D.C. oder Boston gute alternative Startpunkte, beide sind ebenfalls günstig von Deutschland erreichbar.

Auch gut integrierbar ist ein Abstecher nach Kanada. Am besten zu realisieren von den Niagara Fällen aus nach Toronto (Ausflüge Georgian Bay Islands National Park/ Algonquin Provincial Park) und von dort mit dem Bus oder Zug über Detroit nach Chicago (rote Linie auf der Karte).

Andere beliebte Routen führen entlang der Küsten: New York – Miami und Los Angeles – Seattle.

Wenn du mehr als nur die typische und sehr empfehlenswerte Bootstour bei den Niagara Fällen machen willst kannst du sparen mit dem Niagara Falls Adventure Pass. Noch mehr zusätzliche Action verspricht die Jetboot Tour.

Du kannst ebenfalls einiges sparen mit Citypässen: Smart Destinations, Citypass, New York Pass bieten Citypässe für die größten Städte der USA an. Teilweise als festes Paket von Attraktionen, bei der Go City Card von Smart Destinations auch selbst zusammenstellbar.

Ein Jahrespass für sämtliche Nationalparks lohnt sich eventuell auch.

 

Verkehrsmittel

  • Mit Fernbussen kannst du alle größeren Städte erreichen
  • Greyhound (siehe Netzkarte), Megabus (Geheimtipp, Tickets ab 1$) und Trailways sind die größten Anbieter
  • Regionaler begrenzt auf die Küsten sind Chinatown Busse und Boltbus. Zusätzlich wichtig speziell auf der oben beschriebenen Strecke Elplalimo.
  • Wanderu bietet eine Bussuchmaschine an
  • Eisenbahn Amtrak hat ein recht beschränktes Netz (siehe Karte) und ist normal teurer als Busse, aber man kann auch damit „Coast to Coast“ reisen. Railpässe lohnen sich wahrscheinlich nicht.
  • Regionaler ÖPNV existiert entgegen allgemeinem Vorurteil auch. In größeren Orten, Touristenregionen und dichter besiedelten Counties kann man fast immer nützliche Busse finden.
  • Problematischer siehts mit National- und Stateparks aus, aber auch da gibt es eine ausreichend große Auswahl die man mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen kann.
  • Spezielle Nationalpark Shuttles: ArizonaGrand Canyon Shuttle, Rocky Mountain NP Shuttle, Zion NP Shuttle
  • Günstige Campervans für Backpacker werden angeboten von Juicy (SF, LA, LV), Escape (SF, LA, LV, NY, MIA) und Wicked (LA). Lohnt sich mehr wenn du mindestens zu zweit reist.
  • Normale Mietwagen kannst du günstig bei holiday autos mieten
  • Autokauf ist entgegen vieler Infos im Netz und in Reiseführern machbar aber evtl. kompliziert, das Prozedere für Versichern und Anmelden variiert je nach Bundesstaat. Ein paar gute Infos bekommst du hier und beim ADAC.
  • Absolute Billigflieger in den USA sind Spirit, Frontier und Allegiant Air. Etwas teurer sind Southwest, Jetblue, Sun Country und Alaska Airlines.
  • Alle großen Städte in USA haben ÖPNV Netze. Die besten (mit Metro etc.) haben New York, Boston und andere Städte im Nordosten.
  • Ansonsten gibt es daneben die günstigen Privat-Taxis Uber und Lyft in vielen Städten.

 

Unterkünfte

  • Hostel kosten min. 20$ pro Bett, das Angebot ist überschaubar. Die meisten gehören zu Hostelling International USA, weitere unabhängige Hostels mit Online-Buchung findest du bei Hostelworld und Hostelz.
  • Weit verbreitet sind Privatunterkünfte auf AirBnb, lohnt auf jeden Fall mal reinzugucken, die Preise sind oft sehr konkurrenzfähig mit Hosteln.
  • Couchsurfing ist umsonst und die Community in den USA ist groß.
  • Günstigste Motelkette ist Motel 6 (ab ca. 35$), andere Billigmotelketten sind z.B. EconolodgeRed Roof InnSuper 8 und America’s Best Value Inn.
  • heisse Dusche ist immer vorhanden
  • Campingplätze kosten um die 25$-35$ pro Nacht, daneben gibt es auch ein paar freie Campingplätze.
  • Man darf ausserdem umsonst mit seinem Camper auf manchen Walmart Parkplätzen übernachten, eine Übersicht gibt es hier.
  • Weitere Infos: El Monte RVFreecampsites und Boondocking.
  • Wild Campen ist nicht gestattet

 

Essen

  • günstiger als in Deutschland und riesige Portionen
  • großes Angebot an Fastfoodketten
  • amerikanische Küche ist sehr vielfältig aufgrund der vielen Einwanderer aus allen Teilen Welt
  • typische Gerichte sind Burger, Hot DogsBBQ & Fried Chicken

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Kommunikation & Internet

  • Landessprache ist Englisch
  • kostenloses Wifi wird oft angeboten, die Netzqualität und Geschwindigkeit sind gut
  • ausländische Handys funktionieren nur falls quadbandfähig
  • Prepaid SIMs der lokalen Mobilfunkanbieter T-Mobile, Verizon, AT&T und Sprint sowie günstigen Drittanbietern wie AirvoiceWirelessH2oWireless und PureTalk sind leicht zu bekommen
  • Netzabdeckung mit 3G ist gut, auch LTE gibt’s fast überall

 

Gesundheit

 

Sicherheit

  • Kriminalität leicht höher wie in Europa, allerdings deutlich höhere Rate von Verbrechen bei denen Schusswaffen im Einsatz sind. Hotspots in den Ghettos wirst du kaum besuchen.
  • Frauen alleine: keine Probleme

Backpacking USA Reise Baseball Washington D.C.

Einheimische & Andere Reisende

  • ca. 322 Mio. Einwohner
  • ca. 75% Weisse, 15 % Schwarze und 5 % Asiaten; 17% der Bevölkerung sind Nachkommen von Einwanderern aus Lateinamerika
  • ca. 70% bezeichnen sich als Christen, die Mehrheit davon sind Protestanten
  • pro Kopf Einkommen (PPP) ca. 55000$, Human Development Index 0,914 (sehr hoch)
  • Einheimische: sehr freundlich und hilfsbereit, sehr einfach Kontakte zu knüpfen
  • andere Reisende: viele Selbstfahrer, vor allem im Südwesten & Kalifornien. Viele einheimische Touristen, ansonsten sehr gemischt

 

Fun Faktor

  • hoch
  • Alkohol darf allerdings erst ab 21 und nicht öffentlich konsumiert werden und ist in manchen Counties gar nicht erhältlich (dry counties, meist in den Südstaaten)
  • zudem frühe Sperrstunde (Last Call) in den meisten Bundesstaaten, normal 2 Uhr morgens
  • bestes Nightlife in Großstädten wie New York, Chicago und LA. Weitere Partymetropolen sind Las Vegas, New Orleans und Miami. Auch in Collegetowns ist einiges los.
  • dominante lokale Biersorten sind Budweiser, Miller, Coors und Pabst – vor allem Lite Beer. Corona und Heineken sind die meistgetrunkenen Importbiere.
  • neu in Mode ist Craft Beer (z.B. Samuel Adams)
  • beliebtester harter Alkohol ist Whiskey (Bourbon) – einheimischer wie z.B. Jim Beam oder Jack Daniels, aber auch kanadischer wie Crown Royal und Fireball Cinnamon. Ausserdem viel getrunken werden Wodka, Rum, Tequila und Jägermeister.
  • harten Alkohol gibt es nur in Liquor Stores zu kaufen.
  • Cannabis legal in den Bundesstaaten entlang der Westküste, sowie in Colorado, Maine und Massachusetts

 

Kombinationen & Alternativen

  • Am besten und einfachsten zu kombinieren wie schon erwähnt mit Kanada
  • Weitere gute Möglichkeiten zum kombinieren bieten Mexiko & Mittelamerika, von Kalifornien z.B. fahren Busse nach Mexiko. Ansonsten per Flug, Billigflieger Spirit Airlines z.B. fliegt sehr viele Ziele in der Region an.
  • Auch die Karibik ist eine Option, vor allem von Florida günstig anzufliegen, evtl. demnächst sogar per Fähre von Florida nach Kuba.
  • beste Alternative: ebenfalls Kanada. Auch ein (größtenteils) englischsprachiges Einwandererland mit ähnlicher Kultur, dünnbesiedeltem Land und modernen, multikulturellen Metropolen. Zudem gibts dort ein Work & Tavel Visum was dir einen 1-jährigen Aufenthalt erlaubt, aber auch ohne sind dort 180 Tage möglich.

USA Reise Backpacking Grand Teton Nationalpark Rocky Mountains Wyoming

Was musst du einpacken?

 

Die besten Reiseführer fürs Backpacking in den USA

Reiseführer die sich nur mit einzelnen Bundesstaaten befassen hat Moon auf Englisch.

 

Die besten Filme und Bücher zur Einstimmung auf die USA